• kleiner Wachrüttler

5 Minuten, die mich in meinem Alltag immer wieder wachrütteln

Aktualisiert: 9. März 2019

Wir haben so viel Angst vor dem, was in der Zukunft passieren könnte, dass wir die Gegenwart nicht genießen. Dadurch leben wir weder in der Gegenwart noch in der Zukunft.“ – Jay Shetty

Du hast das bestimmt auch. Eine Person in deinem Leben, die dich unglaublich inspiriert. Es kann jemand aus deiner Familie, aus deinem Freundeskreis, jemand Verstorbenes oder aber auch eine öffentliche Persönlichkeit sein. Manchmal ist es vielleicht auch jemand, von dem du nur ein Zitat gelesen hast, aber dieses Zitat hat einfach etwas tief in dir berührt, das du nicht beschreiben kannst, für das es einfach keine Worte gibt und es lässt dich nie wieder los. Vielleicht sind diese Worte zu deinem Mantra geworden, das du dir immer wieder durchliest und das dir Mut gibt, wenn du mal wieder an dir zweifelst und du alles hinschmeißen willst.


Für mich sind es ganze fünf Minuten – ein kurzes Video mit so viel Weisheit und Wahrheit in sich, dass ich es mir immer und immer wieder anhöre, seitdem ich es vor einem Jahr das erste Mal gesehen habe. Es ist ein Video von Jay Shetty. Vielleicht kennst du ihn bereits, er ist damals, als er kurz davor war, eine große Karriere im Businessbereich zu starten, für drei Jahre als Mönch nach Indien gegangen, hat dort zu sich gefunden und sich so viel wertvolles Wissen angeeignet. Doch dann ist er – zu unserem Glück ;) – nach Amerika zurückgekommen und hat es sich zur Aufgabe gemacht, all sein Wissen in Form von Videos, Vorträgen, Podcasts etc. an uns alle weiterzugeben. Wenn du ihn noch nicht kennst, kann ich dir seinen YouTube Channel und seinen Podcast nur wärmstens empfehlen und ganz besonders natürlich das Video, um das es heute geht.


Doch warum erzähle ich dir das alles? Als ich das Video damals zum ersten Mal sah, war meine Diagnose noch nicht so lange her, meine Welt stand Kopf und ich hinterfragte alles. Ich fragte mich, ob das Leben wirklich so verlaufen sollte, wie es einem die Gesellschaft vorgibt oder ob es da draußen nicht noch MEHR gibt. Da sprach mir dieses Video einfach aus der Seele und regte mich noch so viel mehr zum Nachdenken an. Und auch wenn wir heute alle ziemlich gut Englisch sprechen, so wollte ich dir den Text auf Deutsch zugänglich machen, denn selbst ich habe beim Übersetzen und anschließendem Durchlesen gemerkt, dass einen die Worte in der eigenen Muttersprache noch einmal ganz anders und tiefer berühren. (Wundere dich bitte nicht, dass der Text manchmal so abgehackt und sprunghaft erscheint, das liegt daran, dass es ein Video ist und dort auch häufiger gesprungen wird.)


Jay Shetty hilft mir in meinem Alltag, mich wieder auf mich zu besinnen und er erinnert mich dran, worauf es eigentlich ankommt im Leben – was wirklich zählt.

In diesem Sinne wünsche ich dir viel Spaß beim Lesen und/oder Videoanschauen und hoffe, dass der Text auch in dir etwas bewegt:



Als der Dalai Lama gefragt wurde, was ihn am meisten über die Menschheit wundert, antwortete er: „Wir opfern unsere Gesundheit, um reich zu werden. Und dann opfern wir unseren Reichtum, um wieder gesund zu werden.“

Wir haben so viel Angst vor dem, was in der Zukunft passieren könnte, dass wir die Gegenwart nicht genießen. Dadurch leben wir weder in der Gegenwart noch in der Zukunft. Wir leben unser Leben als würden wir nie sterben und dann sterben wir, ohne jemals wirklich gelebt zu haben.


Ellen Goodman hat einmal gesagt: „Der Normalzustand besteht darin, dir Kleidung anzuziehen, die du für die Arbeit gekauft hast und dich in deinem Auto durch den Berufsverkehr zu schieben, das du immer noch abbezahlst, um zur Arbeit zu fahren, die du brauchst, damit du die Kleidung und das Auto sowie das Haus bezahlen kannst, das den ganzen Tag leer steht, nur damit du dir leisten kannst, darin zu wohnen.“


Wir leben in einer Welt, in der es mehr Tagträume als Traumjobs gibt, in der Geld unser Streben nach Sinn durch das Streben nach Profit vernebelt. Unsere Suche nach Sinn wird der Jagd nach dem nächsten Gehaltsschein geopfert und wir geben unsere Leidenschaft auf.

Stattdessen erledigen wir blind unsere Routinen. Unentschlossenheit sowie ein Mangel an Visionen plagen uns.

Man sagt, das mächtigste Gefängnis ist, wenn man nicht einmal weiß, dass man eingesperrt ist.

Du musst einfach nur genau hinschauen: Die Anzüge sind unsere Uniformen, unsere Manschettenknöpfe sind die Handschellen, unsere Krawatten sind die Ketten, unser Chef ist der Wächter und unsere Büros sind unsere Zellen. Jetzt weiß ich auch, warum sie es die „gläserne Decke“ nennen: weil sie unsere Träume zerschmettert.


Das einzige, was wir wirklich gut beherrschen, ist Microsoft – uns besonders PowerPoint.

Du weiß doch, wie das ist: Wir verbringen den ganzen Tag damit, unsere Arbeit pünktlich zu erledigen, aber dann verbringen wir unsere ganze Zeit damit, über die Arbeit nachzudenken.

Wir wünschen uns, dass unsere Abwesenheitsnotiz dauerhaft sein könnte, dass unser Posteingang für immer leer bleiben würde. Unsere LinkedIn Profile sind interessanter als unsere eigentlichen Jobs, auf unseren Profilbildern sind wir glücklicher als wir es seit langer Zeit waren. Wir leben für das WochenENDE, doch dann sind wir am Ende der Woche vollkommen am Ende.

Alles wiederholt sich und ist monoton – aber jetzt mal ehrlich: Könnten Montag bedeutungsvoller sein? Könnten Dienstage weniger folternd sein? Könnten Mittwoche lebenswerter sein? Könnten Donnerstage transformierender sein? Könnten Freitage erfüllender sein?

Wir zählen die nächsten 50 Wochen runter und wissen, dass da noch 50 weitere Jahre auf uns warten. Wir zählen die Tage bis wir all dem endlich wieder entfliehen können, in dem Wissen, dass wir dem Ganzen nicht entkommen können. Und selbst wenn wir nicht mehr an unseren Schreibtischen sitzen, so sind wir im Geist noch immer dort und gehen gedanklich unsere To-do-Listen durch.

Wir zwingen uns in unsere Arbeitskleidungen, in den Bus, ins Auto, in die Bahn und dann in unser Büro – nur um fünf weitere Tage zu warten, bis wir wieder leben können. Wir haben keine Zeit, zusammen Abendbrot zu essen, also bestellen wir was und dabei merken wir gar nicht, dass der Fernseher uns unserer Beziehungen beraubt.

Wir essen unterwegs, treffen uns unterwegs, ja wir schlafen sogar unterwegs und dann wundern wir uns, warum jeder unterwegs fremdgeht.

Uns wird erzählt, dass es normal ist, von 09:00 bis 17:00 Uhr zu arbeiten – ach nein tut mir leid, von 09:00 bis 21:00 Uhr. Und es ist vollkommen ok, wenn du nicht genug Zeit mit der Person verbringen kannst, die du liebst und nach der du so lange gesucht hast. Genauso ist es vollkommen normal, für deinen nächsten Urlaub Nachtschichten zu schieben.

Wir arbeiten 11 Monate am Stück, um dann 1 Monat bezahlten Urlaub zu haben.

Wer hat sich das denn ausgedacht?


Es kann doch nicht sein, dass wir unser Leben zurückerobern müssen, obwohl wir es zurzeit gerade so schaffen, zu überleben. Denn wenn er spät von der Arbeit nach Hause kommt, meint sie: „Du arbeitest so viel für einen Job, für den man sofort jemand anderes finden würde, wenn du morgen tot umfallen würdest.“

Daraufhin er: „Ich habe jetzt keine Zeit für sowas.“

Und dann sie: „Es ist immer dasselbe mit dir.“

Wir quälen uns aus dem Bett, um den gleichen Tag wieder und wieder zu erleben und nennen das dann unser Leben.

Stell dir nur einmal vor, was gewesen wäre, wenn Oprah den Menschen, die sie hassten und an ihr zweifelten, geglaubt hätte? Was wäre gewesen, wenn Steve Jobs sich einen normalen Job gesucht hätte? Was wäre gewesen, wenn The Rock niemals seine Depressionen überwunden hätte? Was wäre gewesen, wenn Ellen niemals das Mobbing hinter sich gelassen hätte?


Stell dir eine Welt vor, in der jeder seine Leidenschaft auslebt! Wir wären bessere Menschen, wir wären bessere Partner, wir wären bessere Eltern.

Ich habe noch nie eine starke Person mit einer leichten Vergangenheit kennengelernt. Wir alle haben eine Leidenschaft, wir tragen ein Genie in uns – in uns alles schlummert dieses Potenzial.


Ich weiß, dass wir alle diese Momente kennen, in denen wir verwirrt sind und ohne klare Mission. Doch in solchen Momenten frage ich mich: Was würde ich am Ende meines Leben bereuen?

Und die Antwort ist eindeutig: Der Schmerz, etwas zu bereuen, ist deutlich größer als der Schmerz, ein Risiko einzugehen.

Wenn du also das nächste Mal vor einer Herausforderung stehst, denk bitte daran, dass ein Gewinner einfach nur ein Verlierer ist, der es noch einmal versucht hat. Alles, was du brauchst, ist eine Person, die „ja“ sagt – ein Moment kann alles verändern. Manchmal passiert jahrzehntelang gar nichts und dann passieren in Tagen Jahrzehnte.



In einem Jahr wirst du dir wünschen, dass du heute angefangen hättest.

64 Ansichten

©2020 by Julia Wagner