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Das kleine, aber feine Wort „unheilbar“

„Let me share with you what has been called the ‚best kept secret in medicine‘: Given the right conditions, the body heals itself.“ – Michael Greger, MD


Wörter und Sprache haben solch eine Macht und Kraft. Doch häufig sagen wir einfach, was uns gerade in den Sinn kommt (was an sich nicht schlecht ist) und machen uns keinen großen Kopf um die Wortwahl. Doch je nach Kontext und Setting kann die falsche Wahl unserer Worte gravierende negative Auswirkungen haben, die sogar teilweise nicht mehr so leicht rückgängig zu machen sind.


Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn wir im Krankenhaus oder beim Arzt sitzen, weil wir das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt und der Arzt/die Ärztin uns eine Diagnose mitteilen möchte, die unser Leben komplett auf dem Kopf stellen wird. An diesen Moment werden sich alle, die eine solche Diagnose erhalten haben, wahrscheinlich ihr Leben lang erinnern können. Und gerade weil diese Diagnose so eine Lawine an Emotionen lostritt, ist die Wahl der Worte der alles entscheidende Dreh- und Angelpunkt.


Meine erste Begegnung mit dem Wört„chen“ unheilbar


Ich werde nie vergessen, wie die Chefärztin damals an meinem Bett im Krankenhaus stand, den Blickkontakt vermied, rumdruckste und irgendwann meinte: „Laut der Untersuchungen und entsprechenden Ergebnisse haben sie sehr wahrscheinlich, eventuell MS. Das ist eine chronische Autoimmunkrankheit und sie ist unheilbar.“ PENG! Das saß tief. MS, chronisch, autoimmun, Krankheit und allen voran: UNHEILBAR.


U – N – H – E – I – L – B – A – R. Das bedeutet für mich: Ich kann nicht heilen. Ich werde für den Rest meines Lebens damit leben müssen. Bis an mein Lebensende Medikamente nehmen. Und ich kann NICHTS tun, um wieder richtig gesund zu werden … Ich war am Boden zerstört. Stand unter Schock. Und wusste weder ein noch aus. Ein kleines und zunächst unscheinbar erscheinendes Wort – doch in Wirklichkeit ist es RIESIG und brachte meine Welt zum Einstürzen.


Wie lange habe ich daran geknabbert, wie oft habe ich geweint, wie oft habe ich mich gefragt „WARUM?“, „WARUM ICH?“, wie oft habe ich diese Diagnose und Krankheit verflucht, wie oft sah ich keinen Sinn mehr, wie oft erschien alles aussichtslos, wie oft hatte ich das mich innerlich auffressende Gefühl, dem Ganzen hilflos ausgeliefert zu sein?


Man sollte nicht alles glauben, was einem andere und insbesondere unsere Ärzte sagen


Doch irgendwann fing ich – ZUM GLÜCK – an, alles zu hinterfragen, was man mir so erzählte und bisher aufgetischt hatte. Warum behaupten Ärzte, Autoren, Foren, Betroffene, Angehörige und und und, Multiple Sklerose und andere Autoimmunkrankheiten seinen nicht heilbar? Auf welche Fakten stützen sie sich? Gab es wirklich keinen einzigen Fall, keinen einzigen Betroffenen, der Heilung finden konnte?


Und so begann meine Reise: Ich ging die ersten Schritte auf meinem Weg zur Heilung. Ich beschloss, dass mir niemand erzählen konnte, dass ich nicht heilen konnte. Ich war und bin immer noch felsenfest davon überzeugt, dass es irgendeinen Weg geben muss – und zwar für JEDEN von uns.


Heute kann ich sagen: Autoimmunerkrankungen sind mit westlicher Medizin und den allbekannten Medikamenten nicht heilbar. Und das ist auch das, was unsere lieben Ärzte und Neurologen meinen, wenn sie von „unheilbar“ sprechen. Kein Wunder, wenn du mich fragst. Sie behandeln ja nur die Symptome und schenken den wahren Ursachen keine wirkliche Beachtung.


Wie sind wir hierhin gekommen?


Wie kann es sein, dass wir uns erlauben, Aussagen über etwas zu treffen, was wir selber noch nicht einmal ansatzweise verstanden haben? Wie kann es sein, dass wir Dinge behaupten, von denen wir nicht einmal wissen, ob sie WIRKLICH stimmen? Wie kann es sein, dass wir Menschen einfach nur entmutigen, wenn sie in Wahrheit so viel für ihr eigene Gesundheit tun können? Wenn ihre Genesung zum größten Teil von ihrer eigenen (inneren) Arbeit abhängt?


Wenn ich mir die aktuelle Situation in Bezug auf dieses Thema so anschaue, könnte ich auf der einen Seite einfach nur verständnislos den Kopf schütteln und resignieren, doch auf der anderen Seite möchte ich alle Neurologen, Pharmazeuten, Ärzte im Allgemeinen, Krankenschwestern und und und zusammentrommeln und ihnen vor Augen führen, in welche fatale Richtung sie derzeit fast wie ferngesteuert laufen.



Wie sind wir an diesem Punkt angelangt? Wieso vertrauen wir heute häufig den Frauen und Männern in den weißen Kitteln viel mehr als uns selbst sowie unserer Intuition, ohne die Ärzte zu hinterfragen und selber zu recherchieren? Wie kann es überhaupt sein, dass wir monatlich viel Geld in unsere jeweilige Krankenkasse einzahlen, uns am Ende aber eigentlich selber informieren müssen, wenn uns etwas an unserer Gesundheit liegt, und für alternative Heilmethoden in den meisten Fällen auch noch in die eigene Tasche greifen müssen? Wie kann es sein, dass wir Medikamenten und Spritzen mehr vertrauen als unserer eigenen inneren Weisheit und unserem wunderbaren Körper, der eigentlich nur eines will: heilen? Und der auch genau das tut, wenn wir all’ die richtigen Voraussetzungen und Bedingungen für ihn schaffen.


Es ist doch verrückt. Einfach absurd. Was ist da schief gelaufen? Es ist an der Zeit, dass wir alle aufwachen. Und zum Glück tun das auch immer mehr Menschen.


Dein Körper ist immer für dich


Dein Körper ist das größte WUNDER überhaupt. Um das zu realisieren, musst du dir einfach nur in Erinnerung rufen, dass allein dein Herz – der Motor deines Lebens – zwischen 70 und 100 Mal pro Minute für dich schlägt und bei jedem einzelnen Herzschlag 100 Milliliter Blut in deinen großen und kleinen Körperkreislauf pumpt. Oder dass dein Körper, wenn du dir zum Beispiel in den Finger schneidest, sofort die Blutstillung aktiviert, kleine Helferlein wie Exsudat und Fibrin direkt zur Wunde eilen, um dich vor Infektionen zu schützen und nach bereits zwei Tagen neues Gewebe gebildet wird, damit die Wunde vollständig verheilen kann. Und weißt du was? Das alles passiert ganz von allein!


Glaubst du dann nicht auch, dass dein Körper eigentlich FÜR dich ist, FÜR dich tagein, tagaus arbeitet und alles in seiner Macht Stehende tut, damit du gesund bist? Ich glaube schon.


Warum wir ernsthaft krank werden


Jetzt fragst du dich vielleicht, wieso du dann überhaupt so krank geworden bist. Nun, ich habe einmal folgenden Ausschnitt in einem Buch gelesen:


Die Seele spricht zum Körper: „Geh du voran, auf mich hört der Mensch nicht.“ Der Körper antwortet: „In Ordnung, ich werde krank, dann hat er Zeit für dich.“


Das mag jetzt für dich vielleicht im ersten Moment etwas zu spirituell und weit hergeholt klingen. Doch es gibt mittlerweile so viele Studien, die das Zusammenspiel zwischen Körper und Seele belegen. Wir können diese Verbindung einfach nicht mehr leugnen und unseren Körper als getrennt vom Rest von uns betrachten. Es ist alles eins. Wir sind eine Einheit: Körper, Geist, Seele.


Ich glaube und weiß mittlerweile auch, dass – wenn mein Körper so weit gehen musste, dass er sich selber angreift – etwas in mir ziemlich im Argen sein musste. Dass er gar nicht anders konnte, als mir mit dieser Autoimmunkrankheit den Spiegel vorzuhalten, um mir zu zeigen, wie sehr ich mit mir selbst im Kampf stehe. Wie sehr ich mich innerlich jeden Tag aufs Neue selbst angreife und runtermache, vor meinen Schatten davonlaufe. Ich glaube, dass meine Seele, mein Geist und mein Körper das alles einfach nicht mehr tragen und ausgleichen konnten und keine anderen Wahl hatten, als es mir auf die harte Tour zu zeigen.


Der direkte Griff zu den Medikamenten


Natürlich verstehe ich, warum mir mein Arzt sofort eine Basistherapie verordnet hat. Er wollte mir am Ende ja auch nur helfen und das war eben seine Art, dies zu tun. Denn so hat er es schließlich an der Uni und in der Praxis gelehrt bekommen. Doch so hart das jetzt vielleicht klingen mag: Mit dem Griff zu den Medikamenten machen wir es uns

zu einfach. Wir versuchen, etwas, das von Innen kommt, von außen zu heilen. Wir machen einfach so weiter wie bisher, nehmen brav die Medikamente oder Spritzen und leiden unter den Nebenwirkungen. Aber den wirklich schweren, schmerzhaften Teil, der uns wirklich an unsere Grenzen bringt und jedes Mal aufs Neue herausfordert, den können wir gekonnt ignorieren.

Wenn wir uns jedoch diesem Teil liebevoll zuwenden würden, würde das bedeuten, den Blick nach innen zu richten, uns genauer anzuschauen, welche Verletzungen, Traumata, schlimmen Erlebnisse etc. wir im Laufe der Jahre tief in uns, in der hintersten Ecke unseres Herzens vergraben haben. All das, was uns langsam aber sicher von innen auffrisst und noch kränker macht.


Noch dazu müssen wir auch nicht unsere Ernährung ändern, uns mehr bewegen, raus in die Natur gehen und unseren Lebensstil vielleicht einmal genauer überdenken. Die Medikamente werden das Ding schon schaukeln. Denn am Ende kann man ja eh nicht wirklich was tun, schließlich ist die Krankheit ja unheilbar.


Nimm deine Heilung selbst in die Hand


Doch keine Sorge, es gibt auch eine gute Nachricht: Du musst bei all’ dem nicht mitmachen. Du hast jeden Tag, jede Stunde, jede Minute und jede Sekunde die Wahl, einen anderen Weg einzuschlagen. Dich für deine Heilung, deine Gesundheit, dein Leben und FÜR DICH zu entscheiden. Es liegt in deiner Hand. Das ist es auch, worauf – glaube ich – dein Körper, deine Seele und dein Geist warten. Sie stehen die ganze Zeit in den Startlöchern und sind mehr als bereit, dich wo es nur geht bei deiner Heilung zu unterstützen und dir den Weg zu zeigen, sobald du Verantwortung übernimmst und das Zepter deines Lebens wieder in die Hand nimmst.



Einfach wird das nicht, das habe ich bereits öfters gesagt. Doch es ist alle Anstrengungen, Tiefflüge, Rückschläge, Tränen und (innere) Schmerzen sowas von wert. Denn wenn du dich auf die Reise zurück zu dir begibst, zu deinem wahren Ich – das du unter all’ den Glaubenssätzen, Geschichten, die du dir selbst immer wieder erzählst, und und und verbuddelt hast – wirst du nie wieder zurückgehen wollen. Denn du wirst so viel in dir entdecken, Potentiale freisetzen, Kräfte mobilisieren und eine Lebensfreude sowie -energie entfachen, dass dein Leben um so vieles reicher sein wird als vor deiner Diagnose.


Lass uns das Wört„chen“ unheilbar aus unserem Wortschatz streichen


Eine erste entscheidende Etappe auf dieser Reise besteht in dem Entschluss, das

Wört„chen“ unheilbar ein für alle mal aus deinem Wortschatz zu streichen. Wir alle sollten aufhören, bei was auch immer für einer Krankheit das Wort unheilbar überhaupt nur in den Mund zu nehmen. Und da haben wir noch einiges an Arbeit vor uns. Denn auch wenn ich allen Bloggern, Influencern, Podcastern usw. da draußen aus tiefstem Herzen für ihre Arbeit unglaublich dankbar bin, begegnet mir leider noch häufig in Posts, Blogartikeln oder bei Podcasts das entmutigende Wort unheilbar. Natürlich verurteile ich dafür niemanden; es wird uns ja von allen Seiten eingetrichtert. Meiner Meinung ist es allerdings an der Zeit, dass wir gerade wenn es um Krankheiten geht, unsere Worte sorgfältig auswählen, uns die Bedeutung und Ausmaße des Wortes „unheilbar“ vor Augen führen und es endgültig auf den Wortfriedhof schicken.


Viele Wege führen zur Heilung


Und so möchte ich diesem Blogartikel damit abschließen, indem ich dir noch einmal sage, was für ein Wunder du, dein Körper, deine Seele und dein Geist als Ganzes sind. Zusammen seid ihr ein unschlagbares Team und könnt so viel erreichen. Hör bitte auf, gegen dich zu arbeiten, deinen Körper für deine Krankheit zu verteufeln. Tritt viel lieber mit deiner inneren Stimme wieder in den Dialog und frage sie, was sie dir mit all’ dem sagen will. Du hast es in der Hand, ob diese Diagnose das Schlimmste ist, was dir je passiert ist, oder das größte Geschenk, das du jemals erhalten hast.


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©2020 by Julia Wagner