• kleiner Wachrüttler

Für alle, die das Gefühl haben, sie fallen

Ich kenne dieses Gefühl. Dieses Gefühl, wenn du denkst, dass du vollkommen verloren bist, dass dir der Boden unter deinen Füßen weggerissen wurde, dass du da nie rauskommen wirst, dass du einfach nicht verstehst warum.

Diese Gefühle und diese Fragen sind vollkommen normal.


Ich habe lange danach gesucht, was mir helfen kann, wie ich mich da selbst rausholen kann. Es hat viele Stunden, viel Schmerz, viele Tränen, viele Therapie- sowie Coachingsitzungen und viel Tagebuchschreiben gebraucht, um die Antwort zu finden, dir mir geholfen hat und immer noch hilft: Vertrauen. Vertrauen, dass das alles einen Sinn hat. Das Schicksal schickt dir stets die Aufgaben, mit denen du auch umgehen kannst. Irgendwann wird alles Sinn ergeben. Es wird Sinn ergeben, warum das alles passiert ist und auch warum gerade dir.


Ich glaube ganz fest daran, dass es ganz klar darauf ankommt, was du aus deiner Diagnose machst. Klar, das Leben hat dir diese Diagnose oder eine andere von dir aktuell als besch*** und ungerecht angesehene Situation vor die Nase gesetzt, aber der Rest hängt von dir ab.

Natürlich kannst du für den Rest deines Lebens dich eingraben und selbst bemitleiden. Du kannst in voller Angst davor leben, was vielleicht passieren könnte und wie schlimm sich die Krankheit entwickeln könnte. Das ist sicherlich auch die einfachere und bequemere Variante, bei der du nicht viel machen musst.

Aber sie wird dich nicht glücklich machen und befreien.

Sie wird dich viel mehr einengen und noch trauriger machen.


Aber es gibt auch noch eine andere Lösung. Du kannst diese neue Situation als deinen Wachrüttler ansehen und dir überlegen, was du wirklich möchtest.

Du kannst endlich anfangen, zu leben, dir das Leben zu erschaffen, dass dich erfüllt.


Was mein Leben betrifft, so bin ich mittlerweile fest davon überzeugt, dass ich diese zwei Buchstaben gebraucht habe. Ich glaube, dass ich ohne meinen kleinen Wachrüttler noch immer blind durch die Welt laufen würde und Dingen hinterherrennen würde, die ich eigentlich gar nicht will und die mich in meinem Inneren tieftraurig machen. Ich habe meinen kleinen Wachrüttler GEBRAUCHT und tue es auch immer noch. Er hat mich wirklich wach gerüttelt, mir die Augen geöffnet und mich aufwachen lassen. Inzwischen bin ich ihm sogar dankbar und frage mich, wo ich wohl jetzt stehen würde und wie traurig und verloren ich wohl sein würde, wenn das alles nicht passiert wäre


Die letzten neuneinhalb Monate kommen mir vor wie eine Ewigkeit. Warum? Weil so viel passiert ist. Und weil ich nicht nur äußerlich für Familie und Freunde an einem ganz anderen Punkt stehe, sondern innerlich riesige Sprünge gemacht habe. Ich kann wieder mehr atmen, spüre mich mehr und habe das Gefühl, dass ich immer mehr meinen ganz eigenen und persönlichen Weg finde, der mich glücklich macht und erfüllt. Ich sehe viel klarer, was eigentlich für mich zählt in meinem Leben und wer ich im Kern wirklich bin.


Deshalb: DANKE liebes Universum und mein lieber kleiner, bunter Wachrüttler. Danke, dass ihr mir den Weg gezeigt habt und danke liebes Ich, dass ich den Mut hatte, diesen Weg einzuschlagen und nicht aufgegeben habe und es auch nicht werde – ganz egal, wie schwer es auch noch wird.


Und weißt du was? Die wundervolle Nachricht ist: Wenn ich das konnte und kann, dann kannst du das auch. Denn wir sind alle gleich und in unserer Essenz gleich. Das einzige, was du dafür brauchst ist Vertrauen und Zuversicht. Ich sage nicht, dass es ein Spaziergang wird und kinderleicht; ganz im Gegenteil. Aber am Ende wird es jeden inneren Kampf, jede Träne und jede tiefe Verzweiflung wert sein.



Ein Schatten umhüllt vielleicht derzeit dein Leben, doch wenn du den Mut hast, ihn anzunehmen und ihn willkommen zu heißen, wirst du merken, dass du selbst die Sonne deines Lebens bist.

0 Ansichten

©2020 by Julia Wagner